Stockholm

Södermalm – Östermalm – Gamla Stan – Djurgården – Vaxholm (Schären)

Januar 2005

Donnerstag, 20.01.05 – Abflug mit RyanAir ab Lübeck 1545 an Skavsta 1705 (S).

Ticket für einen Euro. Mit Gebühren-Allerlei plus Airport-Bus Lübeck und Stockholm wurden es schon € 86,– und ein paar Stündchen ›on the road‹ – immer noch besser als geschwommen. Vorteilhaft verteilt auf 14 Inseln, empfing uns die Hauptstadt dunkel und nasskalt und wir tauchten erst mal mit 10er-Karte in die »Tunnelbanan« Richtung Södermalm ab. Herbergsvater-Tipp für Knastologen: Långholmen Långholmen – Zellentrakt – Doppelzelle mit Nasszelle, aber leider nicht auf Staatskosten. Erkauft wurde die ruhige Randlage mit etwas mehr Sohlenabrieb.

Selbige wurden bei garstig grauem Wetter über eine adäquate Brücke zur Primär-Orientierung benutzt. Wie Milchsäure ›rechtsdrehend‹ zuerst maritim zum Rathaus an die Ecke gestiefelt: Stadshuset, nordisch venezianisch mit Türmchen (106 m) verziert, war leider winterlich verrammelt. Na dann später, als Nobel-Preisträger ;-) Vom zentralen Norrmalm erfolgte die Erstbesteigung der alpinen Altstadt Gamla Stan und der Rückmarsch über Södermalm-Nordflanke zum Basislager. Samstag startete sonnig am ›feinen‹ Strandvägen in Östermalm.

Ohne Überbrückungsgeld ging’s – diesmal ›linksdrehend‹ – nach Djurgården, dem alten Weidmanns-Tiergårten. Museales Muss war das Vasa-Museum »Vasa«, gesunken 1628. Nur echt mit V, dort gab es definitiv kein Knäckebrot. Navaler Gigantismus = Nasses Grab von 1628, düster dokumentiert. Davor verlief ein königlicher Kulturweg nach Waldemarsudde mit einem ›echten‹ Rodin Kopie »Der Denker«, wer hätte das gedacht. Das Biskopsudde-Feuerschiff und der Djurgårdsfärjan-Dämmertörn zurück nach Söder machten Sehnsucht für die geplante Schären-Sause am Sonntag.

Einige der 24.000 Inseln – in allen Größen vorrätig – waren aalglatt mit hübschen hölzernen Heimen bestückt, vor Vaxholm selbst bewacht das Kastellet den Sund nach Stockholm. Wir verwaisten Wanderer klapperten mit den Zähnen und den winterlichen Nordhafen mit putzig geputzten Häuschen ab, noch lange vor dem sommerfrischen Ansturm. Letzterer bließ zwar nicht, trotzdem wurden die zunehmend sonnigen Stunden bis zur ›Rückreisewelle‹ mit Thermos-Tee an einem Bootssteg und Kakao & Kuchen in einem kommoden Café verbracht.

Warme Bäuche gegen Kaltklima und Kurztage – in Stockholm multipel möglich: »Fiskroll« (mit Kartoffelbrei im Fladen), Östermalms Saluhall mit eleganten Mittagstischen, bis hin zum ›Inder‹ im bunten Södermalm. Kost gegen Kronen am Tresen. Architektur-Tipp: Jugendstil-Kaufhaus [N]ordiska [K]ompaniet und besonders der Neoklassik-Zylinder Stadsbiblioteket. Nicht zu vergessen die Söder-Sicht auf Gamla Stan vom Aufzug Katarinahissen (38 m). Bei Knacki-Kälte ging es zurück zum offenen Schlafvollzug hinter Långholmer Gitter.

Mehr mickrig präsentierte sich die Mini-Eisbahn im zentralen Kungssträdgården – kein Ersatz für atypisch fehlendes Natureis. Ohne Schlittschuhe noch eine Intensiv-Station im mittelalten Gamla Stan: Zuerst zufällig eine Wachablösung vorm Kungliga Slottet bei Schlotterkälte – innen geSchlossen. In der Storkyrkan bzw. Dom daneben dominiert der heilige Georg den ›dänischen‹ Drachen – Turmbesteigung leider nur mit saisonalem Bergführer. Statt Köpfe & Blut gab’s noch Kakao & Waffeln am ›Richtplatz‹ Stortorget. Stockholm meine Perle…

Dienstag, 25.01.05 – Rückflug mit RyanAir ab Skavsta 1355 an Lübeck 1520 (D).