Lemonsjø

Oslo – See Lemonsjøen – Brimi

März 2005

Freitag, 11.03.05 – Abfahrt um 1600 Uhr vom Berliner Tor in Hamburg zur ersten Langlauftour in den hohen Norden. Die vogelflug-linientreue Route:
→ Fehmarn-Fähre (45 min) Puttgarden → Rødby (DK)
→ Fähre mit Pendel-Pub (20 min) Helsingør → Helsingborg (S)
→ Göteborg → Oslo (N), die ›Ebene der Götter‹
→ Lillehammer mit waldfrevelhafter Olympia-Fackel → Lemonsjø

In Zahlen: 1 Bus, 2 Betreuer, mindestens 22 Paar Ski, 18 Mitfahrer plus uns zwei. Zieleinfahrt zu um zehn bei Winter-Wunder-Wetter, gefolgt von einer ziemlich zügigen Zuteilung als Tetra-Pack (1♂ + 3♀) in einer holzig heimeligen Hexahütte. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Zumal mich eine eingeschleppte Erkältung nachts auf die Quarantäne-Couch zwang. Ohne Epidemie und mit einem Ruhetag in der »Hytta« erstmal die zweispurige »Løyper« vorm Haus besichtet, in der für kerngesunde Könner eine wieselflinke Wochenend-Hatz gestartet wurde.

Nach dem Frühstück »Frokost« (ohne Bofrost, aber mit niet- und nagerfesten Vorräten im Unterboden) galt es zunächst den Trainingsrückstand aufzuholen. Die vom ›Fachpersonal‹ eines Outdoor-Ausrüsters empfohlenen kürzeren Langlauf-Latten erwiesen sich auf dem platten Anfänger-Circuit als zu breit. Passten auch nicht zur Statur – also angelte ich mir ›betreute‹ Fischer-Ski. Wichtig war eine angeleitete Vortriebstechnik, wenn's nicht wie »Nordic Walking« aussehen soll. Zugleich Energiespartipp. Doch Vorsicht Spurrillen, besonders abwärts ;-)

Aber irgendwann hat man den (Pflug)bogen raus und seltener wurde dann die Loipe zerpflügt. Nach einbeinigen Etüden in der Horde auf dem Haushang war der vereiste Lemonsjøen eine runde Sache. Zunehmend lohnender der lange Lauf zu zweit durch liebliche Landschaft – bitte mit Bedacht auf Wildnis und Wetter! Krönender 30-Kilometer-Abschluss war eine Achterbahn-Abfahrt mit Querung des Tessevatnet nach Brimi. Ein Wintertraum mit Kaffee und Kuchen – notwendige Kalorien für angewandte Kalorik auf der Hochebene zurück nach Lemonsjø.

Nach finalen Loipenmetern wurden die Kraftreserven in der »Fjellstue« wieder aufgefüllt. Zum letzten »Middag« abends (!) verbrachten wir Verbraucher – logistisch korrekt – rudimentären Proviant ins Reste-rant. Bereits Montag labte sich die gesamte Gourmet-Gruppe an ›Grünkohl oldenburgaise‹, ein Fischbuffet gegen Kronn krönte den Donnerstag. Zusätzlich wurde Rentier erhitzt und zufällig die Nacht polar erhellt. »Aurora Borealis« (fragt Euren Physiklehrer) live und in Farbe! Samstag dann alles in den Rückreisebus verstaut und ab in den Stau.

Mit halb Norwegen auf der beliebten [E6] gen Oslo gezuckelt, wurde am Hafen geparkt und erstmal Aker Brygge besucht. »Shoppingstedet« und »Restaurantparadiset« sagte alles. In Sichtweite die frostige Festung Akershus und der kalte Klassizismus-Klotz Rådhus. Zentral an der Karl Johans gate wurden Heißgetränke serviert – auch draußen nahe am Gefrierpunkt.
19.03.05 – Abfahrt um 1930 Uhr »Color Festival«, an Hirtshals 800 Uhr (DK)
20.03.05 – Ankunft um 1600 Uhr inkl. Fahrerpausen in Hamburg-Altona (D)