Norwegen Nord

Helsinki – Kirkenes – Nordkap – Lofoten – Trondheim – Geiranger – Bergen

Juni 2006

Motorradtour XIII

Die Zutaten

  • Mageres Benzin für 6.244 km
  • Frische Kronen für 17 Portionen
  • Eine volle Monatspackung Regen
  • 12-fach gesättigte Windkulturen
  • Eine kleine Prise Sonnenschein

Superfast »Superfast VIII« hastig hin für € 153,–

02.06. ab Rostock 0600 via Paldiski (EST) (dort wollte niemand hin)
03.06. an Hanko 0700 (FIN) (dort wollten alle weiter nach Helsinki)
Am Vorabend im Rostocker Hafen: Nach Superslow-Chaos und ver.di-Demo werd i nach zwei Stunden in der Riesenschlange auf die Riesenrampe gelassen. Tipp: Riesen in der Schlafsessel-Klasse chillen besser auf einem Chaiselongue in der Lounge und versüßen sich mit Sauerkraut vom Frühstücksbuffet den müden Morgen.

Helsinkis metropolitanen Zeltplatz finden findige Finnenfreunde auch ohne Finn-Dinghy in Vuosaari. Auffallend das Faible für Doppelvokaalää – herabfallend der Dauerregen, z.B. auf die Markthalle »Wanha Kauppahalli« an der Es(s)planade. Eine russische Regenrunde führte von der Uspenski-Kathedrale (geschlossen, vgl. 2014) und Marinepark (verschlossen) im Jugendstil zurück zum ›Alex II‹. Dom und Senatsplatz sahen dort auch nass klasse klassizistisch aus. Statt am Sonntag eine Tallinn-Tagestour zu planen, sollte man lieber offen für die [E75] sein.

Schaurige 660 km – Birken satt und bäärige Rastplätze Finnischer Rastplatz – bis zum Küsten-Camp bei Seljänperä hinter Oulu. Montag früüh zum einsam-eisigen Eiland Ajos bei Kemi mit Eisbrecher Sampo Eisbrecher »Sampo« – Eisbecher im Sommercafé erst ab 1000 Uhr. Die Pastor-Mumie (in Keminmaa!) wurde verpasst, daher ging’s sogleich stromschnell zum Kukkolaforsen am Torneälven und widrig windig weiter nach Rovaniemi zum Polarkreis und ›Santa‹-Scheiß. Nach ööden 600 km eendlich der uurige Platz am Inarisee (im Winter kein Spass Fahrverbot für Scooter), bevor die [971] gen Grenze (N) schlängelte.

Vorher wimmelte es von Wurmwarnungen im allerbesten Anglerlatein Hinweisschild für Angler vor 0,5 mm Gyrodactylus Salaris. Lachslehre lt. Parasiten-Plakat: Lax mit ›Rute‹ in die Sauna und alles wird sauba! Im Hafen von Kirkenes wurden rostige russische Seelen verkauft, Мурманск (Murmansk) ist nicht weit. Angesichts der »Kriegsmutter« auf dem Marktplatz schämte ich mich für greise ›Nachgereiste‹ inmitten verbrannter Erde. Nach einer Pegelprüfpause (Benzin und Kaffee) folgte die grandiose Grenz-Erfahrung auf der [886] zuerst grenzenlos übers Jarfjordfjellet (190 m), dann die Schotter-Sackgasse unter norwegisch-russischer Beobachtung(?) zum Flussfinale in Grense Jakobselv mit seiner krönenden Kong Oscar II-Kapelle.

Der weite Weg Entfernung in Norwegen gen Westen zur hängenden Tana bru wurde wegen kapitaler Kartografiefehler zur Hängepartie. Trotz allem war der 600 km-Tagesabschluss entlang des Varangerfjord bis hin zum real existierenden Schlafplatz in Skippagurra aus strategischer Sicht superb. Mein taufrüher Marsch von der [895] zum Rentier-Fanghang Gollevárri endete verfrüht im Matsch – aus Renfell, Knochen, Sehnen nähten die Samen vielleicht auch Lappen. 200 km Traumtrasse [98] traversieren Ifjordfjellet (370 m) und Børselfjellet (177 m) bis Lakselv am Porsangerfjord.

Internationales Parken am nationalen Park von Stabburs. Also lieber gleich zu den Trollene am Trollholmsund getrollt – zum Steinerweichen nagt der Zahn der Zeit im rauhen Klima. Zusehens nagte auch rauher Asphalt an meinen Neureifen. Die nicht gerade läppischen lappischen Kilometer läpperten sich zusammen – aber erstmal die [E69] ›ganz rauf‹. Allen Unkenrufen zum Trotz war die Sackgasse zum Kap sehr schön – zumal ohne Sonne und Saison. Und wer sich nicht am Nppkap fotogen die Kugel geben will, zahlt ›nur‹ zweimal den Nordkaptunnel.

Bös brutale Böen auf dem Hochplateau der Nordkapinsel Magerøya bis zum exponierten Camp kosteten Kraft und Schlaf für eine exzessive Expedition: Mit Gummisohlen statt Gummireifen ging’s ab Vestfjordfjellet (331 m) arg früh zum Knivskelodden Knivskelodden 71°11′08″, dem ›wahren‹ Nordkap (71°11′08″ vs. 71°10′21″). Wolkig hin (9 km) und sonnig zurück (auch 9 km, aber irgendwie länger ;-). Ohne Groll aufs Geröll wurde nach einem Brunch das selten klare Panorama bis Honningsvåg genossen, wo verkap(p)te Kreuzfahrer kreuz + quer per Bus verfrachtet werden.


Nordeuropas größter Canyon Sautso bei Alta
dazu die bekannten Felszeichnungen Felszeichnung von Alta
sowie stocktrockenen Fisch Fisch am Porsangerfjord

…Fortsetzung folgt…
 



Route [E6] von Alta zum Lyngenfjord
dazu einen Plankenweg Plankenweg auf Senja auf der Insel Senja


 



Kranke See vor den Vesterålen
dazu einen Pottwal Pottwal-Fluke


 



Orkanböen auf den Lofoten
dazu ein Strudel ohne Apfel Wasserstrudel
und das famose Felsfenster Torghatten Felsloch Torghatten

 


Nidarosdom in Trondheim (früher Nidaros), zuvor den rauschenden Tännforsen Tännforsen, Schweden in Schweden (S) und die Herzklopf-Höhlenforschung mit Stirnlampe in der feuchtkalten Trollkyrkja Höhle Trollkyrkja
 




Sagenhafte Serpentinen: Die Trollstigen


 




Fähre nach Eidsdalen


 



Geirangerfjord mit den Syv Søstre (Sieben Schwestern)
dazu einen dieser tumben Touri-Trolle »Troll« in Geiranger


 




Möve am Geirangerfjord


 




Schmelzwasser vom Gletscher Brenndalsbreen


 




Hanseviertel Bryggen in Bergen


 

Color Line »Prinsesse Ragnhild« kreuzfahrt-kehrt für € 133,–
Seismisch inkorrekt, aber proper einzeln gebettet zwischen unruhigen Propellern. Selten proppenvoll, hievten zu allen Glasen glasige Fahrstühle »Prinsesse Ragnhild« Lift schwere Leicht-Matrosen und abgetakelte Fregatten aufs Oberdeck. Gegen Bierdurst gab’s »Øl«, gegen Brand feuerrote »Brannslangen«.
26.06. ab Bergen 1300 via Haugesund und Stavanger (außen pfui, innen hui)
27.06. an Hirtshals 830 (DK) + ½ Megameter westwindhundsgemein bis (D)